Ursachen
Der erste Hinweis auf eine Arthrose kann die rasche Ermüdbarkeit eines Gelenkes oder dessen verminderte Belastbarkeit sein. Auch die Art der Schmerzen gibt Anhaltspunkte für eine Arthrose, denn bestimmte Schmerzmuster sind eher für eine Arthrose charakteristisch als für andere Gelenkbeschwerden, wie z.B. im Bereich des Knie- und Hüftgelenks.
Je älter man wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit arthrotischer Erkrankungen. Der Grund hierfür ist, dass die Knorpelschicht in den Gelenken über viele Jahre hinweg beansprucht wird. Außerdem werden Elastizität und Widerstandskraft des Knorpelgewebes im Laufe der Zeit geringer. Hierdurch raut die Knorpelschicht auf, wird dünner und ist irgendwann ganz abgenutzt.
Zudem gibt es eine ganze Reihe weiterer Faktoren, die zur Arthrose führen können:
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Überbelastung (z.B. Leistungssport)
- Veranlagung (z.B. Fingerpolyarthrose)
- einseitige Gelenkbelastung/Fehlbelastung (z.B. angeborene oder erworbene Fehlstellung wie Hüftdysplasie, X-/O-Bein)
- Gelenkverletzungen
- Gelenkerkrankungen und einige Stoffwechselstörungen
Der verstärkte Abbau des Knorpelgewebes ist die Folge eines Ungleichgewichts zwischen Belastbarkeit des Gelenkknorpels und Belastung. So kann z.B. eine Fehlstellung der Kniegelenke (X-/O-Bein) oder eine angeborene Hüftgelenkfehlstellung (Hüftdysplasie) zu einer ungleichmäßigen Belastung der betroffenen Gelenke führen und hierdurch eine Arthrose entstehen. Ebenso können Unfälle oder Gelenkoperation nach vielen Jahren eine Arthrose verursachen. Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor für die Arthrose, denn Knie- und Hüftgelenke müssen 2,5- 10 mal soviel Druck aushalten, wie die betreffende Person wiegt - je nachdem ob sie geht, läuft oder springt.
Die Rolle des Gelenkknorpels:
Der Gelenkknorpel ist eine Art Pufferzone, an der arthrotische Veränderungen entstehen können. Er bildet eine Schutzschicht auf den Gelenkknochen und ist mit diesen eng verbunden. Obwohl die Knorpelschicht nur 1 bis 3 mm dick ist, fängt sie dank ihrer Elastizität - quasi als Stoßdämpfer - kurzfristige Belastungen von mehreren Tonnen pro Quadratzentimeter ab.
Soweit man heute weiß, führen Verletzung und Aufrauung des Gelenkknorpels durch Abnutzung zur Arthrose. Die Knorpelschicht verliert ihre glänzende und glatte Oberfläche, wird dünner, rau und rissig. Das kann soweit gehen, dass der darunter liegende Knochen blank liegt, d.h. sich eine so genannte Knorpelglatze zeigt. In massiven Fällen kann sogar die gesamte Knorpelschicht abgenutzt werden.
Ist der Knorpel derart geschädigt, so greift der Prozess mit der Zeit auf den Knochen über, d.h. die angrenzende Knochenstruktur verändert sich. Der Gelenkknochen reagiert mit übermäßiger Bildung neuer Knochensubstanz (Knochenwülste). Hierdurch kommt es zu Veränderungen der ursprünglichen Gelenkform, die eine deutliche Einschränkung der Gelenkfunktion und damit auch der Beweglichkeit mit sich bringt.